Die Energie des Gebens
Seit sehr langer Zeit – über Zeiträume, die sich menschlicher Vorstellung weitgehend entziehen – ist auf diesem schönen Planeten eine Energie wirksam, die wir heute meist als „Geben und Nehmen“ bezeichnen.
Diese Energie wurde eingeführt, um Erfahrungsräume zu ermöglichen, Beziehungen zu strukturieren und Entwicklung innerhalb menschlicher Systeme zu tragen.
Über Millionen von Jahren hinweg hat sich daraus ein Verständnis geformt, das tief im kollektiven Bewusstsein verankert ist.
So tief, dass es für viele Menschen selbstverständlich geworden ist – und kaum noch hinterfragt wird.
Der Ursprung dieser Energie ist dabei in den Hintergrund geraten.
Aus meiner Arbeit mit der geistigen Welt heraus liegt dieser Ursprung nicht im Ausgleich, nicht im Tausch und nicht im Nehmen.
Die ursprüngliche Energie ist die Energie des Gebens.
Geben als Ursprung bedeutet nicht, dass etwas erwartet wird.
Nicht, dass etwas zurückkommen muss.
Sondern, dass Geben selbst der Ausgangspunkt allen Wirkens ist.
SPIRIT gibt.
Das Universum gibt.
Dieses Geben geschieht nicht aus Mangel heraus, sondern aus Fülle.
Nicht, um etwas zu erzeugen, sondern weil Geben dem Ursprung entspricht.
Wie sich das Verständnis von Geben im Laufe der Zeit verschoben hat
Im Laufe sehr langer Zeiträume wurde das Verständnis von Geben und Nehmen zunehmend mit menschlichen Konzepten überlagert.
Pflicht, Erwartung, Schuld oder Ausgleich haben sich hineingeschoben – oft unbemerkt.
Dadurch wurde Geben in vielen Situationen schwerer.
Nicht, weil Geben an sich schwer ist, sondern weil es an Bedingungen geknüpft wurde.
Viele Menschen geben heute,
weil sie glauben, sie müssten
weil sie innerlich erwarten, dass etwas zurückkommt
oder weil sie ein Ungleichgewicht vermeiden wollen
So geht das natürliche Geben in manchen Momenten verloren.
Wahrnehmen statt bewerten
Der Wandel beginnt nicht damit, dieses alte Verständnis zu verurteilen.
Es war Teil eines Erfahrungsprozesses – und hatte seine Berechtigung.
Der Wandel beginnt dort, wo wir wahrnehmen, aus welcher inneren Haltung heraus wir geben:
Gebe ich gerade aus Klarheit?
Oder aus Gewohnheit?
Aus innerer Ruhe – oder aus Druck?
Diese Fragen laden zur Wahrnehmung ein, nicht zur Bewertung.
Sie sind eine Einladung zu Bewusstsein.
Die Energie des Gebens im Alltag
Die Energie des Gebens zeigt sich nicht nur in großen Entscheidungen oder spirituellen Zusammenhängen.
Sie wirkt ganz konkret im Alltag – in Worten, Handlungen, Zeit, Aufmerksamkeit und auch im Umgang mit Geld.
Eine einfache, aber ehrliche Frage kann sein:
Aus welchem Gefühl heraus gebe ich – oder gebe ich mein Geld aus?
Aus Angst?
Aus Pflicht?
Oder aus innerer Stimmigkeit?
Geld ist dabei kein Sonderfall.
Es ist eine Form von Energie, die durch unser Leben fließt – unabhängig davon, wie viel oder wenig davon gerade vorhanden ist.
Geld würdigen und segnen
Ein bewusster Schritt ist, das Geld, das man hat –
egal in welcher Form, auf welchem Konto oder an welchem Ort es liegt – zu würdigen.
Geld zu segnen bedeutet nicht, Erwartungen daran zu knüpfen oder es „aufladen“ zu wollen.
Es bedeutet, die eigene Haltung zu klären.
Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit verändern nicht zwingend die äußere Menge,
aber sehr oft die innere Beziehung – und damit die Qualität der Entscheidungen.
Verpflichtendes Geben und bewusstes Annehmen
Nicht alles Geben im Alltag geschieht aus freier Entscheidung.
Es gibt Formen des Gebens, die verpflichtend sind – etwa Steuern oder andere Abgaben.
Der äußere Vorgang lässt sich nicht verändern,
wohl aber die innere Ausrichtung.
Wenn Geben als Pflicht erlebt wird, kann es helfen, das Geld bewusst zu segnen.
Nicht, um etwas zu beeinflussen, sondern um sich innerlich aus Widerstand, Ärger oder Mangelgedanken zu lösen.
So verliert das Gefühl von Verlust oder Wegnahme an Bedeutung, auch wenn das Geld in Bereiche fließt, die nicht der eigenen inneren Ausrichtung entsprechen.
An die Stelle von innerem Widerstand tritt Annehmen dessen, was ist.
Vom Nehmen zum Annehmen
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Neuausrichtung betrifft das Empfangen.
Viele Menschen können gut geben,
haben jedoch Schwierigkeiten, anzunehmen.
Wenn jemand aus dem Herzen gibt, entsteht daraus keine Verpflichtung, etwas zurückzugeben.
Auch hier wirkt oft ein altes Verständnis von Ausgleich und Erwartung.
Bewusstes Annehmen bedeutet:
das Geschenk wahrzunehmen
es innerlich zu würdigen
und Dankbarkeit zuzulassen
ohne sofort in den Impuls zu gehen, etwas „zurückgeben zu müssen“.
Dankbarkeit ist kein Ausgleich.
Sie ist selbst eine Form des Gebens.
Geben als bewusste Entscheidung
Geben ist kein Automatismus.
Kein Dauerzustand.
Kein Ausgleichssystem.
Geben geschieht dann klar, wenn es aus Bewusstsein und freier Entscheidung entsteht.
Manchmal bedeutet das, zu geben.
Manchmal bedeutet es, bewusst nicht zu geben.
Beides kann Ausdruck derselben Energie sein.
Eine Einladung zur eigenen Beobachtung
Wir stehen am Anfang einer neuen Umsetzung dieser zurückgekehrten Energie.
Sie darf bewusst gelebt werden – aus freier Entscheidung und in eigener Verantwortung.
Vielleicht magst du für dich beobachten:
Wann gebe ich aus Klarheit?
Wann aus Gewohnheit?
Wann aus innerem Druck?
Und wann wäre es stimmig, nicht zu geben?
Geben darf leicht sein.
Und bewusst.
© Federica Gullè